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Studiengebühren

Die Studierendenvertretung der Universität Augsburg steht für eine Abschaffung der Studiengebühren. Der Terminus "Studienbeiträge" wird bewusst nicht benutzt, da dieser Solidarität vorspielt und bedeutet, dass juristisch gesehen keine direkte Gegenleistung erwartet werden kann. "Studiensteuer" wäre ein ehrlicherer Begriff, beinhaltet aber nicht die Hemmschwelle, die für einen Studienbeginn entsteht, und würde nur für sogenannte "nachgelagerte Studiengebühren" zutreffen.

Warum wir gegen die Studiengebühren sind? Hier einige gute Gründe, die auch Befürworter überzeugen sollten:

1. Meine Studiengebühren verbessern die Studienbedingungen.
Falsch! Die letzten Jahrzehnte wurde dem Ausbau der Hochschulen seitens des Staates keinerlei Beachtung geschenkt. Dass die wichtigste Ressource dieses Landes immer noch Bildung ist, wurde völlig übersehen. Momentan sind die Universitäten nur für etwa die Hälfte der Studierendenzahlen ausgelegt, was auch die Planungsdokumente belegen.

Hinzu kommt, dass in den vergangenen Jahren kontinuierlich staatliche Gelder von den Hochschulen abgezogen und damit die Bedingungen stetig verschlechtert wurden. Zeitweise standen ganze Studiengänge vor dem kompletten Aus oder konnten nicht die für einen Abschluss notwendigen Veranstaltungen anbieten. Die eingeführten Studiengebühren bringen die Universitäten also finanziell lediglich auf einen Stand, den sie schon vor vielen Jahren einmal erreicht hatten. Das ist keine Verbesserung, das ist tatsächlich lediglich die Aufrechterhaltung von früheren Studienbedingungen.

2. Die Bedingungen an den Universitäten verbessern sich durch die Studiengebühren stetig.
Falsch! Der Begriff der "Verbesserung der Lehre" impliziert leider eine fortwährende Verbesserung. Diese Annahme ist jedoch nicht korrekt, denn die Einführung der Studiengebühren selbst hat bloß einen einmaligen Effekt, für den stetig bezahlt werden muss. Das Volumen der Studienbeiträge bleibt jedes Jahr gleich, so dass auch jedes Jahr nur die gleiche Anzahl an Lehrpersonal bezahlt werden kann. Soll also eine stetige Verbesserung statt finden, muss stetig mehr bezahlt werden. 

3. Meine Studiengebühren gehen zu 100% in die Verbesserung der Lehre.
Falsch! Von den Studiengebühren werden derzeit 3% abgezogen und an den so genannten "Sicherungsfonds" abgeführt. Dieser soll Ausfälle bei der Rückzahlung der Studienbeitragsdarlehen auffangen. Auch diejenigen, die kein Darlehen aufnehmen, sichern auf diese Weise das Risiko der Banken ab.
Von den Studiengebühren wird danach noch ein Teil einbehalten, um die entstehenden Verwaltungskosten zu decken. Erst danach werden die Studiengebühren zwischen den Fakultäten und den Zentralen Einrichtungen aufgeteilt. Von den 500 Euro geht also nicht der komplette Betrag in die Verbesserung der Lehre.

4. Studiengebühren sind sozialverträglich.
Falsch! Studierende mit weniger Geld werden von Studiengebühren deutlich härter getroffen und überdenken deswegen oft ein Hochschulstudium. Aufgrund der eigenen wirtschaftlichen Situation kann niemand von Studiengebühren befreit werden. Wer selbst, oder mithilfe der Eltern oder der Verwandten, die Studiengebühren nicht bezahlen kann, muss zwangsläufig ein Studiengebührendarlehen bei einer Bank aufnehmen, um das eigene Studium finanzieren zu können.

Am Ende steht man dann mit einer ganze Menge an Schulden da. Wer z.B. 10 Semester studiert hat und dafür ein Darlehen von über 5000 Euro mit einer Zinshöhe von 7,5% aufgenommen hat, zahlt bei einer Rückzahlungsdauer von 10 Jahren insgesamt 8684,13 Euro zurück. Ganz schön viel, wenn man bedenkt, dass man heute noch nicht weiß, wie die eigene Situation nach dem Studium aussieht.