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Schreiben des Ministeriums zur Anwesenheitspflicht


Anwesenheitspflicht

Liebe Studierende,

unter dem folgenden Link stellen wir Euch ein Schreiben des Ministeriums zum Thema Anwesenheitspflicht in Vorlesungen/Seminaren zur Verfügung.

Sollte es bei Euch Probleme mit der Anwesenheitspflicht geben, so könnt ihr Euch gerne an uns wenden.

Schreiben des Ministeriums


Stellungnahme des AStA zur Anwesenheitspflicht


Der AStA wurde nun bereits mehrfach wegen angeblicher Anwesenheitspflichten in Vorlesungen und Seminaren angesprochen. Dass die Vergabe von Leistungspunkten an eine "körperliche Anwesenheit" geknüpft ist, findet der AStA sehr problematisch. Zur Freiheit des Studiums gehört auch die freie Wahl der Art der Wissensvermittlung.

Tatsächlich sind Anwesenheitspflichten in der Regel auch rechtlich nicht haltbar. Vor allem bei Vorlesungen ist grundsätzlich keine Anwesenheitspflicht vorgesehen. Die Verweigerung eines
Leistungsnachweises aus Gründen der Nicht-Anwesenheit würde einer rechtlichen Überprüfung nicht standhalten.

Um zur Not selber entscheiden zu können ob eine Anwesenheit gerechtfertigt ist, hier eine kurze Erklärung zu der offiziellen Regelung:

  • Jeder Studiengang hat eine Prüfungsordnung. In dieser Prüfungsordnung sind die Prüfungsformen festgelegt. Manchmal auch die Anwesenheit, auch als "Präsenz" bezeichnet. Dies ist essentiell damit in diesem Studiengang überhaupt eine Anwesenheitspflicht eingeführt werden kann. Ist die Anwesenheit hier nicht erwähnt, so kann sie in KEINER Veranstaltung im ganzen Studiengang verlangt werden.
  • Sollte dies der Fall sein, so muss die Anwesenheitspflicht im Modulhandbuch bei der Nennung des Seminars bzw. Praktikums etc. KLAR beschrieben sein. Sollte es eine Portfolioprüfung geben so muss auch dies klar im Modulhandbuch vermerkt sein und spätestens in der ersten regulären Stunde im Semester geklärt werden, welche Prüfungsformen die Portfolioprüfung beinhaltet. Es muss außerdem klar sein, wie die Anwesenheitspflicht gehandhabt wird, also ob 2 oder 3 Fehlstunden erlaubt sind.

 

Da alle Prüfungsordnungen vom Ministerium überprüft werden, sind diese meistens fehlerfrei. Dagegen sind die Modulhandbücher fast nie formkorrekt. Das ist aber keine so schlechte Nachricht, da sich die Dozierenden dann nicht auf das Modulhandbuch berufen können.

Sollte trotz allem, alles korrekt ablaufen, so ist es sinnvoll bei wiederholtem Fehlen ein ärztliches Attest einzuholen. Denn das kann dazu führen, dass sich die Maximalstudienzeit verlängert, weil man dann beweisen kann, nicht die Möglichkeit gehabt zu haben, die Kurse wie die anderen Studierenden zu besuchen.

Auf Betreiben der LandesAStenKonferenz (LAK) gab es ein Schreiben vom Ministerium, indem die vergleichsweise liberale Position dazu nochmals beschrieben ist: http://www.asta.uni-augsburg.de/de/aktuelles/13-12-10_Anwesenheitspflicht_in_Vorlesungen_Seminaren.html

Die Freiheit des Studiums muss ständig erneut erkämpft werden, dass merkt man immer wieder bei Gesprächen mit Bildungspolitiker*innen. Die Anwesenheitspflicht wurde uns auch nicht geschenkt, sondern durch den Druck der Bildungsproteste 2009 abgeschafft. Wird die Freiheit des Studiums nicht gelebt, wird die rechtliche Situation vielleicht bald der Praxis angeglichen.

Meldung vom 10.12.2013